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Kerstine auf großer Reise - Schottland olé.



9

[I] Und so brausten Kerstine und Ralf quer durch Schottlands schönste Einöde in Richtung Edinburgh. [sprich: "Ädingborooh"] Ralf verbrachte die gesamte Fahrt brav angegurtet (und geknebelt - von der Topfpflanze) auf dem Rücksitz und beobachtete Kerstine durch den Rückspiegel. Kerstine hingegen hörte eine der n-fachen Spongebobhörspielkassetten aus der Privatsammlung ihres zweitschlimmsten Schüler B. Diese Kassetten und einen dazugehörigen Walkman mit fast neuen, wiederaufladbaren umweltfreundlichen Energiesparakkus konfiszierte sie eines schönen Montagmorgens während einer Partnerexercise. Immer wenn eine neue Folge begann, wackelte die Topfpflanze aufgeregt mit ihren Blättchen und wippte im Takt zur Titelmusik. Schließlich ist auch eine gebildete Topfpflanze tief innen drin noch ein kleiner Keimling. Kerstine hingegen pfiff vor sich hin und beobachtete den Straßenverkehr, der sich überraschenderweise an diesem Abend nur aus einigen Schafen, Bauern und Fahrradfahrern bestand. 50 km und 20 Hecken und 1 Naturschutzgebiet von Edinburgh [sprich: "Ädingborooh"] entfernt näherten sie sich einem kleinen Gasthof an den sich ein Bauerngut anschloss. Kerstine bog in den beschaulichen Hof ein und parkte gleich links neben einem Wassertrog, an dessen Rand eine Katze verträumt nach kleinen Fliegen an der Wasseroberfläche haschte. Kerstines entzückter Blick wandte sich in einen perfekten 60° Schulterblick zu Ralf. "RALF, WAS hast du nun schon wieder gemacht?????" Kerstine zog genervt die linke Augenbraue nach oben, woraufhin die linke Brillenglasfassung rot glühte. Ralf murmelte etwas, bevor die Topfpflanze ihn entknebelte. Tief nach Luft schnappend stotterte er: "Kerstine, also deine Pflanze, also unerhört, also ... übernachten wir hier?" Kerstine nickte. "Ja, eine hervorragende Idee, ich geh schon mal vor und bestelle für uns ein Zimmer!" Ralf entgurtete sich und wollte voller Tatendrang aussteigen, als Kerstine energisch die Zentralverriegelung, die allein von ihrem Platz aus eingestellt und bedient werden konnte, einschaltete und Ralf unsanft gegen die Scheibe prallte. "Nicht so voreilig Ralf!" , ermahnte ihn Kerstine, "ICH steige zuerst aus und dann schaue ich mir erstmal die Speisekarte an! Und informiere mich über Fernsehkanäle und Nahrungsmittelqualität. Außerdem muss ich unbedingt wissen ob die Tomaten und Gurken dort im Bioladen auch wirklich aus biologisch einwandfreiem Anbau sind. IHR BLEIBT IM AUTO!" Mit diesen Worten entriegelte sie ihre Autotür und schwang sich aus ihrem umweltfreundlichen Automobil und ging mit großen schritten auf die Herbergstür zu. Ralf indessen lehnte sich bockig zurück und verschränkte schmollend die Arme vor seinem Oberkörper. "Immer muss sie den Ton angeben, das ist so unfair, pah!" Die Topfpflanze wackelte mit ihren Stengeln als würde sie kichern. Beide ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was auf sie diesen Abend noch zukommen würde...
4.12.07 19:32


10

[K]
Mit gewohnt forschem Schritt ging Kerstin also auf die kleine Rezeption zu, wo nur ein merkwürdiger kleiner Mann saß. In perfektem Dialekt sprach sie ihn an und verlangte genaue Informationen. "Comment in short on your nice little HERBERGE here and give reasons for the importance of living your life environmentally sound." Nachdem sie einen langen Blick auf die kleine, verstaubte Klingel geworfen hatte, fügte sie hinzu: "And please count your words and leave a quarter margin." Der kleine, alte Mann lächelte nur ein geheimnisvolles Lächeln und begann schließlich gemein zu kichern. "Gute Frau, ich höre ihren deutschen Akzent MEHR als deutlich!" - Dies traf Kerstin wie ein Paukenschlag und sie wäre ohnmächtig wie in all den alten romantischen Schnulnovellen zusammengesunken, wenn nicht Ralf in diesem Moment heldenhaft hereingesprungen wäre, um sie aufzufangen. Die Topfpflanze kam wütend hinterhergewackelt und bedrohte den Rezeptionist fauchend mit ihren Stängeln und Blättern. Schließlich erholte Kerstin sich wieder und immer noch in Ralfs Armen liegend japste sie:"Aber woran haben Sie das erkannt?" Wieder lächelte der Rezeptionist geheimnisvoll und sagte dann: "Ich könnte es Ihnen verraten ... doch dafür müssen Sie zuerst die Probe bestehen!" Im Hintergrund schlug zuckend ein Blitz ein. Kerstin, Ralf und Topfpflanze legten einen angemessenen "HÄ"?-Gesichtsausdruck auf. Der kleine Mann rollte die Augen und wiederholte: "DIE PROBE!!!" Diesmal donnerte es sogar zu dem einschlagenden Blitz. Kerstin fragte schließlich verwirrt: "Welche Probe?" Enttäuscht sackte der kleine Mann in sich zusammen und meinte dann zerknirscht: "Sie müssen eine Nacht hier übernachten und am nächsten Morgen noch am Leben sein!" Ralf zuckte sofort zusammen und bedeutete Kerstin hektisch, wieder ins Auto zu steigen und schleunigst wegzufahren. Die Topfpflanze hatte nur einen verächtlichen Blick für ihn übrig und auch in Kerstin erwachte das alte, stolze, italienische Blut ihrer Ahnen. So erhob sie sich und sagte majestätisch, indem sie ihre Brille zurechtrückte: "Ich nehme die Herausforderung an!"
~~~
Wenig später lag Kerstin in ihrem kleinen, aber frisch bezogenem Bett mit einer Bettwäsche, auf der psychedelische Bilder der Beatles abgedruckt waren. Ralf jammerte schon seit Stunden auf seinem Bett herum und wollte schleunigst gehen, doch Topfpflanze hatte sich treu auf Kerstins Bettende zusammengerollt und bedachte Ralf ab und zu mit bösen Blicken.
Da - PLÖTZLICH - hörten sie etwas. Kerstin setzte sich ruckartig in ihrem Bett auf und Ralf hielt sofort den Atem an. Topfpflanze kramte langsam zwei Ninjamesser aus ihrer Erde heraus. In einer Ecke begann es, zunächst ganz leise ... Tick ... Tick ... Tick ... Tick ...
Kerstin hob die Augenbrauen und sah Ralf fragend an. Er begann nur wieder zu zittern und zu winseln, so wandte Kerstin ihre Aufmerksamkeit wieder dem Ticken zu.
Schließlich hielt sie es nicht mehr aus und fragte in den dunklen Raum: "What IS that mysterious ticking noise?"
Als Antwort gab es plötzlich einen hellen Lichtblitz im Zimmer, tausende bunte Fünkchen schwirrten umher, in langen Vektoren spannten sich kleine niedliche Ebenen auf und schließlich trat eine Gestalt aus den Nebelschwaden heraus. Es war ein Mann, weder jung noch alt, er war unrasiert (was ihm eine gewisse männliche Wildheit verlieh), trug einen geheimnisvollen Ohrring an seinem linken Ohr und einen GTR in seiner rechten Hand, fixierte Kerstin mit seinen tollen braunen Augen und sagte mit wohlklingender Stimme: "Frohlocke und habe keine Angst mehr, ich bin Silko Potter und hier, um dich zu retten!" Ralfs Kinnlade klappte nach unten und leider geriet er in diesem Moment in einen Zustand des "HÄ?"s, sonst hätte er vielleicht eingreifen können in das, was nun geschah. Mit einem Satz war Silko Potter bei Kerstin, packte sie am Arm und zückte seinen GTR. Er tippte schnell etwas ins Grafikmenu ein, die Topfpflanze konnte ihm gerade noch auf den Kopf springen, als er schon zusammen mit Ralfs ehemaligen Weggefährten disapparierte(*).
Knarrend schlug die Tür auf und wütend kam der kleine alte Rezeptionist ins Zimmer gestürmt. "WAS IST HIER LOS? WO SIND MEINE OPFER?" brüllte er. Ralf konnte nur stottern und auf die Stelle zeigen, an der Kerstine, Silko und Topfpflanze gerade verschwunden waren. Langsam begann der alte Mann wieder zu lächeln und schritt auf Ralf zu ... doch dies is eine andere Geschichte und kann ein andermal erzählt werden!
~~~
Nicht weit entfernt, in einem süßen kleinen Vorort von Glasgow apparierten (*) unsere drei Helden auf einer sonnigen kleinen Wiese mit ganz entzückenden Blumen. Kerstine sah ihren Retter an und fragte ernst:"Was machst DU denn hier?" - Silko Potter strich sich eine imaginäre Strähne Haar aus der Stirn und lächelte sie breit an. "Weißt du Kerstin, ich saß gerade bei meinen lieben 12ern im Unterricht und rechnete mit ihnen ein paar Abiaufgaben durch. Plötzlich ging die Tür auf und du glaubst nicht, wer da stand! MICHAEL KUN! Ich war vor Schreck so starr, dass ich nicht reagieren konnte. Nur meine beiden Lieblingsschülerinnen - Isa und Karen (harhar) - begriffen den Ernst der Lage sofort und verwandelten ihr Tafelwerk in einen Portschlüssel (*) und schickten mich zu dir, damit ich dich errette und dich auf deiner Abenteuerreise begleite. Und da bin ich."

TBC !!!

(*) apparieren/disapparieren: aus Harry Potter ^^ Die Möglichkeit, sich von einem Ort zum anderen zu transportieren mit Hilfe von Magie. Eine Art beamen.
(*) Portschlüssel: ebenfalls aus Harry Potter. Das gibt einem die Möglichkeit, zu einem anderen Ort zu reißen, ohne apparieren zu müssen.
4.12.07 19:36


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